Hormontherapie bei Endometriose & Adenomyose: Ja oder Nein?


Wenn du gerade vor der Entscheidung stehst, ob du eine Hormontherapie bei Endometriose beginnen sollst, möchte ich dir zuerst eines sagen.

Es gibt darauf keine richtige oder falsche Antwort!

Und genau das hätte ich damals so gerne gehört.
Denn als ich nach meiner Diagnose im Internet suchte, fand ich vor allem eines:

Horrorgeschichten.

Oder Aussagen wie:

“Du musst unbedingt Hormone nehmen.”

Oder:

“Auf keinen Fall Hormone.”

Nach ein paar Stunden war ich verunsicherter als vorher.

Vielleicht geht es dir gerade genauso.
Dann lass uns einmal ganz in Ruhe darüber sprechen.

Falls du gerade erst deine Diagnose erhalten hast, hilft dir vielleicht auch mein erster Artikel Endometriose verstehen: Symptome, Diagnose und mein Weg zur Diagnose


Nach aktuellem Forschungsstand spielen Hormone bei Endometriose und Adenomyose eine wichtige Rolle. Deshalb sprechen Fachleute von hormonabhängigen Erkrankungen.

Vor allem das Hormon Östrogen kann dazu beitragen, dass sich Endometrioseherde weiter aktiv verhalten.

Deshalb versuchen Ärztinnen und Ärzte häufig, diesen hormonellen Einfluss zu reduzieren.

Das Ziel ist nicht, Endometriose zu heilen.
Das kann eine Hormontherapie bei Endometriose derzeit leider nicht.

Sie soll vielmehr dabei helfen,

• Schmerzen zu lindern
• Entzündungen zu beruhigen
• das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen
• die Lebensqualität zu verbessern.


Für viele Frauen funktioniert das tatsächlich sehr gut und für manche eben nicht.


Von Herz zu Herz 🧡

Und genau deshalb möchte ich dir etwas Wichtiges sagen.

Lass dich bitte nicht von den Erfahrungen anderer verrückt machen.

Nicht von den positiven.
Und auch nicht von den negativen.


Jeder Körper erzählt seine eigene Geschichte.


Nach meiner Operation wollte ich wirklich alles versuchen.

Wenn vielleicht die richtigen Hormone mir doch helfen könnten, warum sollte ich ihnen keine Chance geben?

Also begann ich eine Hormontherapie.
Und dann noch eine.
Und schließlich eine dritte. Immer mit Abstimmung mit meiner Frauenärztin.

Jedes Mal versuchte ich, meinem Körper genügend Zeit zu geben.

Immer wieder hörte ich die Ärzte und auch mich selbst sagen:

“Halte noch einen Monat durch.”

“Der Körper muss sich erst daran gewöhnen.”



Ich wollte unbedingt daran glauben.
Doch mein Körper sprach eine andere Sprache.


Plötzlich bekam ich fast täglich starke Aura-Migräne. Wenn du meine Geschichte noch nicht kennst: Ich lebe seit meinem 10. Lebensjahr mit schweren Migräne-Attacken mit Aura. Während einer Attacke ist meine rechte Körperhälfte oft komplett taub oder krampft sehr stark.
Aus etwa 12 Anfällen im Monat wurden plötzlich fast tägliche Attacken.
Dazu kamen anhaltende Gesichtskrämpfe. Irgendwann konnte ich nicht mehr ignorieren, was mein Körper mir so deutlich jeden Tag zeigen wollte. Und tief in mir spürte ich einfach längst, dass mein Körper diese Hormone leider nicht gut vertrug.


Ich fühlte mich einfach nicht mehr wie ich selbst und konnte auch keine Leistung mehr bringen und beschloss nach Absprache mit meiner Frauenärztin die Hormone nach ein paar Monaten wieder abzusetzen.

Wichtig: Das bedeutet aber nicht, dass Hormone schlecht sind.

Das ist mir unglaublich wichtig!

Denn ich kenne genauso Frauen, die ihre abgestimmte Hormontherapie bei Endometriose wirklich sehr gut vertragen.

Zwei ehemalige Kolleginnen von mir haben dadurch deutlich weniger Schmerzen bekommen.
Sie konnten ihren Alltag endlich wieder besser genießen.

Und genau deshalb wäre es unfair zu sagen:

“Hormone sind schlecht.”

Denn das stimmt nicht.

Sie waren nur nicht mein persönlicher Weg. 🧡


Zu den häufig eingesetzten hormonellen Therapien gehören beispielsweise:

• Dienogest
• Desogestrel
• Hormonspiralen wie die Mirena
• GnRH-Analoga (künstliche Wechseljahre)


Welche Therapie sinnvoll sein kann, hängt von deiner individuellen Situation ab und sollte immer gemeinsam mit einer Endometriose-Spezialistin oder einem Endometriose-Spezialisten entschieden werden.


Allein dieser Satz hat mir damals Angst gemacht.

“Künstliche Wechseljahre.”

Das klingt erst einmal unglaublich drastisch.

Für manche Frauen ist genau diese Therapie jedoch ein wichtiger Baustein, um starke Beschwerden in den Griff zu bekommen.

Auch ich wollte ihr eine Chance geben.
Doch wieder zeigte mir mein Körper nach 3 Monaten sehr deutlich:

Das ist gerade nicht dein Weg.

Und auch das durfte ich irgendwann akzeptieren.


Du musst dich nicht dafür rechtfertigen, wenn du eine Therapie ausprobierst.

Und genauso wenig musst du dich rechtfertigen, wenn du sie wieder beendest.

Manchmal besteht der mutigste Schritt darin, ehrlich zu sagen:

“Das fühlt sich für mich nicht richtig an.”


Heute lebe ich persönlich ohne Hormone.


Nicht, weil ich grundsätzlich dagegen bin.
Sondern weil mein Körper mir sehr deutlich gezeigt hat, dass er im Moment einen anderen Weg gehen möchte.

Das bedeutet nicht, dass dieser Weg für jede Frau richtig ist.

Es bedeutet nur:
Er ist für mich richtig.

Heute unterstütze ich meinen Körper auf eine andere Weise.


Nicht mit der einen großen Lösung, sondern mit vielen kleinen Dingen, die mir im Alltag wirklich guttun und mir mehr Lebensqualität wieder zurückschenken.


Ich achte viel mehr auf ausreichend Schlaf, auf Ruhephasen und darauf, meinen Alltag nicht mehr dauerhaft mit Stress zu überladen. Auch mein Nervensystem bekommt heute viel mehr Aufmerksamkeit, weil ich gemerkt habe, wie sehr innere Unruhe, Druck und ständiges Funktionieren meinen Körper und meine Entzündungen beeinflussen.


Dazu gehören für mich eine gesunde, nährstoffreiche Ernährung, ein möglichst stabiler Blutzucker, Bewegung an der frischen Luft und regelmäßige Auszeiten.
Manchmal ist es ein Spaziergang in der Natur. Manchmal ein ruhiger Morgen ohne Termine. Und manchmal einfach die bewusste Entscheidung, nicht über meine eigenen Grenzen zu gehen.
Ich versuche heute nicht mehr, meinen Körper ständig zu kontrollieren oder gegen ihn zu arbeiten.

Hormontherapie bei Endometriose & Adenomyose Ja oder Nein?

…hatte übrigens gar nichts mit Medikamenten zu tun.

Ich habe meinen sicheren 9to5 Job meiner Gesundheit zuliebe gekündigt und habe mich mit meinem kleinen Online-Business selbstständig gemacht.

Nicht, weil Arbeit grundsätzlich krank macht.
Sondern weil mein Körper den ständigen Hustle-Modus und 50-60h Wochen irgendwann nicht mehr tragen konnte.

Chronische Erkrankungen kosten jeden Tag unfassbar viel Kraft.

Und wenn wir zusätzlich dauerhaft über unsere eigenen Grenzen gehen, bleibt oft kaum noch Energie für Heilung übrig.

Seit ich meinen Alltag stärker an meinen eigenen Biorhythmus anpasse, habe ich das Gefühl, meinem Körper endlich den Raum zu geben, den er so lange gebraucht hat.

Für mich war das einer der wichtigsten Schritte auf meinem Weg.

Du möchtest deinen Körper auch langsam Schritt für Schritt sanft unterstützen und mehr Lebensqualität zurückgewinnen? Dann lade dir gerne meinen kostenlosen 7 Tage der Gesundheit zuliebe Guide herunter.

Er ersetzt keine medizinische Beratung oder Behandlung, aber vielleicht schenkt er dir genau den kleinen Hoffnungsschimmer, den ich damals selbst so dringend gebraucht hätte.

Hormontherapie bei Endometriose & Adenomyose: Ja oder Nein?


Mein kleiner Sonnenmoment für DICH


Wenn ich dir heute nur eine einzige Sache mitgeben dürfte, dann diese:

Lies bitte weniger Horrorgeschichten.

Hör weniger auf Menschen in den sozialen Medien, die mit Angst und lauten Aufmerksamkeits-Hooks vor allem Reichweite erzielen möchten.

Und höre dafür ein kleines bisschen mehr auf deinen eigenen Körper.

Du musst nicht sofort die eine perfekte Entscheidung treffen. Du darfst dir Zeit nehmen, Fragen stellen und verschiedene Möglichkeiten gemeinsam mit einer erfahrenen Endometriose-Spezialistin oder einem Spezialisten besprechen.

Probiere aus, was sich für dich medizinisch sinnvoll und stimmig anfühlt.

Gib vor allem deinem Körper die Zeit, darauf zu reagieren.

Und beobachte ehrlich:

Tut mir das wirklich gut?

Denn niemand lebt jeden Tag in deinem Körper außer dir. Du darfst wahrnehmen, was sich verändert, welche Signale er dir sendet und womit du dich wirklich wohlfühlst.

Es gibt nicht den einen richtigen Weg.

Es gibt nur deinen.

Und genau dieser Weg darf sich mit der Zeit verändern.

Ich wünsche mir so sehr, dass du deine Entscheidungen nicht aus Angst triffst. Nicht, weil dich jemand unter Druck setzt oder weil du das Gefühl hast, sofort eine Antwort auf alles haben zu müssen.

Ich wünsche mir, dass du Vertrauen entwickelst.

Vertrauen eine gute medizinische Begleitung zu finden.

Vertrauen in deine eigene Wahrnehmung.

Und vielleicht auch wieder ein bisschen mehr Vertrauen in die Dinge, die uns die Natur jeden Tag schenkt: ausreichend Schlaf, frische Luft, Licht, nährstoffreiche Lebensmittel, sanfte Bewegung, Ruhe und die natürlichen Rhythmen deines Körpers.

Du musst dich nicht zwischen Medizin und Natürlichkeit entscheiden. Beides darf nebeneinander existieren.

Am Ende geht es nicht darum, den Weg zu wählen, den andere für richtig halten.

Es geht darum, gemeinsam mit Begleitung deines Vertrauens herauszufinden, welcher Weg sich für dich und deinen Körper richtig anfühlt. 🧡

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